„Ich habe keinen Garten!“ – diese Ausrede gilt längst nicht mehr, wenn es darum geht, einen Naschgarten anzulegen. Längst gibt es viele Sorten, die auch problemlos im Tontopf gezogen werden können.
Nicht alle Sorten sind geeignet, aber Säulenobst ist perfekt auf kleinstem Raum zu kultivieren. Dazu Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und die Vitaminbombe Heidelbeere. Auch Pfirsiche, Weintrauben, Kirschen und Marillen lassen sich im Topf ziehen, ebenso wie Ribisel oder Stachelbeeren.
Als Pflanzsubstrat eignet sich herkömmliche Gärtnererde (etwa 2/3), die aber unbedingt mit Gartenerde (etwa 1/3) vermischt werden sollte. Auch Kompostzusätze (pro 40 cm Topf etwa 3 Handvoll) und Hornspäne oder Schafwoll-Pellets (etwa 1 Handvoll) sowie Gesteinsmehl (ca. 1/2 Handvoll) sollten untergemischt werden. Wer Fertigerde kauft, sollte sogenannte „Trogerde“ wählen.
Säulenapfel (Malus sp. in vielen Sorten z.B. CAT): Die schlanken Bäume – Durchmesser von nicht mehr als 30 cm und etwa 2 m Höhe – bilden praktisch nur einem Stamm und fruchten schon im zweiten, spätestens dritten Jahr. Sie müssen nicht geschnitten werden und gedeihen im Topf hervorragend. Sorten gibt mittlerweile viele, die auch allesamt gut tragen und köstlich schmecken.
Hängeerdbeere (Fragaria x ananassa sp. „Elan F1“): Im April/Mai in nahrhafte, gut gedüngte Erde gepflanzt – besonders gut lässt sie sich in einer Ampel ziehen –, wächst sie ganz hervorragend, wird kaum krank und hat Früchte mit einem sehr guten Geschmack. Die „immertragenden“ Pflanzen blühen und fruchten vom Frühjahr bis zum Herbst.
Monatserdbeere (Fragaria vesca semperflorens): So klein sie sind, so grandios ist ihr Geschmack. Gepflanzt wird im März/April, sie lieben humusreichen, immer leicht feuchten Boden. Weil sie das ganze Jahr über blühen und fruchten, sind sie für regelmäßiges Düngen dankbar – am besten mit flüssigem Biodünger und Hornspänen.
Himbeere (Rubus idaeus „Autumn Bliss“): Sie lieben eine eher „saure Bodenreaktion“ – beim Pflanzen etwas Rindendekor als Drainageschicht und zur Abdeckung verwenden. Ständige Bodenfeuchte ist gut für das Wachstum. Bei der „Autumn Bliss“ ist der Schnitt einfach: Nach der Ernte im Spätherbst (meist nach dem ersten starken Frost) werden alle Triebe bodeneben abgeschnitten, die neuen blühen im Sommer und tragen ab August Früchte.
Brombeere (Rubus fruticosus „Navaho“): Diese Beeren sind sehr groß, äußerst aromatisch, und vor allem ist die Pflanze dornenlos. Brombeeren wachsen enorm und müssen daher regelmäßig geschnitten werden. Durch die kompakte Wuchsform dieser Sorte lässt sie sich auf dem Balkon ziehen.
Ribisel (Ribes rubrum): Sie gehört zu den ältesten Beerenfrüchten im Hausgarten. Rote Johannisbeeren gedeihen in größeren Töpfen und sollten an einem sonnigen Platz stehen, die Erde soll locker und humusreich sein. Die Gehölze entwickeln besonders viele Seitentriebe, wenn sie etwas tiefer eingegraben werden, als sie in der Baumschule standen. Erde mit Rindenmulch abdecken.
Stachelbeere (Ribes uva-crispa): Stachelbeeren werden fast genauso kultiviert wie Johannisbeeren. Sie benötigen ein sonniges Plätzchen, gedeihen aber auch noch im Halbschatten. Im Herbst sollten ältere Triebe herausgeschnitten werden, die Jungtriebe setzen dann wieder viele Früchte an. Mehltau sorgt oft für Missernten, weshalb im Herbst immer die Triebspitzen entfernt werden sollten.
Biogarten-Tipps von Karl Ploberger
Bildquelle: Real_life_photo/Shutterstock.com